Die Werke von John Dowland

Lachrimæ or Seaven Teares and other consort music

Lachrimae

Mit der Veröffentlichung von Lachrimæ or Seaven Teares and other consort music am 2. April 1604 schuf John Dowland etwas bis dato völlig neues. Nie zuvor erschien ein Werk für 5 Violas oder Violine und eine Laute.
Und nie zuvor kam eine 9-chörige Laute zum Einsatz.
Der Text auf dem Titelblat lautet:

LACHRIMÆ,
OR SEAVEN TEARES
FIGVRED IN SEAVEN PASSIO-
nate Pauans, with diuers other Pauans, Gali-
ards, and Almands, set forth for the Lute, Viols, or
Violons, in fiue parts:
By Iohn Dowland Bachelor of Musicke, and Lute-
nist to the most Royall and Magnificent, Christian the fourth, King of
Denmarke, Norway, Vandales, and Gothes, Duke
of Sleswicke, Holsten, Stormaria, and Ditmarsh:
Earl of Oldenburge and
Delmenhorst.
Aut Furit, aut Lachrimat, quem non Fortuna beauit.

Neben den sieben verschiedenen Lachrimæ Stücken, die sieben verschiedene Arten von Tränen darstellen, enthält das Werk vierzehn weitere Stücke, die teilweise schon früher entstanden sind.

Nachfolgend die Liste der kompletten 21 Stücke von Lachrimæ or Seaven Teares and other consort music, in der Reihenfolge wie Dowland sie angibt:

 


Lachrimæ Antiquæ

Von der melodischen und harmonischen Struktur eng and die Solo Version geknüpft, mit wenigen Veränderungen. Diese, sowie die folgenden Lachrimae Versionen sind allesamt nach der Solo Version für die Laute entstanden.

Lachrimæ Antiquæ Nouæ

Wie alle anderen Lachrimae Versionen beginnt dieses Stück auch mit dem Lachrimae Motiv. Dies ist die einzige Lachrimae Version neben der ersten, die in einer kontinentalen Sammlung auftaucht, in Thomas Simsons' Opusculum (1610).

Lachrimæ Gementes

Insbesondere der dritte Abschnitt ist einer der schönsten aus den gesamten sieben Lachrimae Stücken.

Lachrimæ Tristes

Der Altus beginnt mit dem Lachrimae Motiv, es folgt der Diskant auf der Terz. Von der Zählzeit 3 des ersten Takts bis zum Ende des dritten Taktes spielt die Laute Oktavverdopplungen zum Diskant.

Lachrimæ Coactæ

Das Lachrimae Motiv erklingt wieder wie in der ersten Pavane im Diskant, die Laute verdoppelt dieses Motiv, übernimmt am Ende jedoch den Alt. Der zweite Abschnitt weist einige interessante chromatische Passagen auf.

Lachrimæ Amantis

Anders als die anderen Pavanen, taucht das Lachrimae Motiv im Tenor auf der Dominante statt der Tonika auf. Der Diskant imitiert das Motiv in Takt 2 und 3. Der cis-Moll Akkord in Takt 10 und der chromatische Aufstieg in Takt 11 und 12 sind besonders interessant.

Lachrimæ Veræ

Hier setzt das Lachrimae Motiv im Bass ein, der Diskant folgt auf der Dominante. Das plötzliche Bb-Dur in Takt 4 ist besonders herausragend. Im zweiten Abschnitt (Takt 11 und 12) zitiert Dowland Passagen aus seinem Stück I saw my Lady weepe (Takt 13 und 14).

Semper Dowland semper Dolens

Vergleichbar schön wie die Solo Version für Laute (P. 9). Das Ende ist in dieser Version verändert.

Sir Henry Vmptons Funeral

Eine asymmetrische Pavane in g-Moll. Aufgeteilt in 8+8+10. Teil 1 ist zudem unterteilt in zwei Teile.

M. Iohn Langtons Pauan

Dieses Stück in F-Dur steht im starken Kontrast zu den Moll Tonarten der neun vorigen Pavanen. Eine weitere asymmetrische Aufteilung von 8+7+9 Takten.

The King of Denmarks Galiard

Diese Version ist nahezu identisch mit der Solo Version (P. 40)

The Earle of Essex Galiard

Die Ensemble Version des Stückes Can she excuse (P. 40) bzw. des gleichnamigen Songs aus dem First Booke of Songes.

Sir Iohn Souch his Galiard

Dowland verwendet hier einige Passagen aus dem Song My thoughts are wingde with hopes.

M. Henry Noell his Galiard

Die Ensemble Version des Solo Stücks Mignarda (P. 34), bzw. des Songs Shall I striue with words to moue. In dieser Version eine Terz höher stehend. Aus der Quinte am Ende der zweiten Phrase der Melodie (Takt 4) wird eine große Sekunde.

M. Giles Hoby his Galiard

Eine symmetrische Galliarde (8+8+8 Takte). Es steht eine Sekunde höher als das entsprechende Pendant für Laute (P. 29).

M. Nicho. Gryffith his Galiard

Eine asymmetrische Galliarde (8+12+8 Takte).

M. Thomas Collier his Galiard with two trebles

Diese Galliarde hat zwei Diskantstimmen.

Captaine Piper his Galiard

Die Ensemble Version des gleichnamigen Lautenstücks (P. 19)

M. Bucton his Galiard

Im Musicall Banquet wird dieses Stück Syr Robert Sidney his Galiard genannt. Eine Kurzversion dieses Stücks hat den Titel Susanna Galliard und bezieht sich zum einen auf die Syr Robert Galliard, zum anderen auf das berühmte Suzanne un jour von Orlando di Lasso. Die Susanna Galliard erscheint in Lachrimæ als M. Bucton his Galiard.

Mrs Nichols Almand

Dieses Stück ist zunächst als kleines und einfaches Lautensolo erschienen (P. 52). In dieser Ensemble Version ist es sehr viel komplexer und ausgereifter ausgearbeitet.

M. George Whitehead his Almand

Ein sehr tänzerisches Stück.